Carla

Diagnose: Provozierte Vestibulodynie

Dieses Interview wurde im Oktober 2024 geführt.

"Das Gefühl ungenügend zu sein, wich einer neuen Überzeugung. Ich bin mehr als meine Erkrankung und ich bin genau so wertvoll, wie jeder andere Mensch."

WELCHE DIAGNOSE HAST DU?

Ich habe die Diagnose Vestibulodynie. Das ist wie eine Art von Vuldvodynie. Die Hauptschmerzpunkte liegen vor allem am Scheideneingang, auch Vestibulum genannt. Daher wird meine Diagnose als Vestibulodynie bezeichnet. 

In meinem Fall handelt es sich um eine provozierte Vestibulodynie, was bedeutet, dass die Symptome nur bei Berührung auftreten. Bereits ein leichter Druck reicht aus, um die Schmerzen auszulösen.

WIE LANGE HAT ES GEDAUERT, BIST DU DIAGNOSTIZIERT WURDEST?

Recht lange. Die Symptome habe ich schon seit meinem 15. Lebensjahr, aber die Diagnose erhielt ich erst mit 29, also nach 14 Jahren. Davor wurde bei mir zwar noch eine andere Diagnose gestellt, aber nicht die richtige.

Vaginismus aber mit nicht organischer Ursache. Man hat mir damals gesagt, die Schmerzen seien rein psychisch bedingt. Deshalb war ich zwei Jahre in Therapie, genauer gesagt in einer Verhaltenstherapie, um den Vaginismus zu behandeln. Das hat jedoch nichts gebracht. Später stellte sich heraus, dass ich eigentlich an Vulvodynie leide und der Vaginismus eher eine sekundäre Erscheinung ist, also eine Folge der Schmerzen durch die Vulvodynie. Dadurch wurde der Vaginismus letztlich meine zweite Diagnose.

WAS WAR DEINER MEINUNG NACH DER AUSLÖSER?

Ich glaube, dass eine Pilzinfektion nicht der eigentliche Auslöser war, aber am Anfang stand. Die falsche Behandlung mit den Cremes hat dann zur Vulvodynie geführt. 

 

HAST DU EIN VISUELLES BILD FÜR DEN SCHMERZ?

Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Sonnenbrand. Wenn du auf eine Stelle mit Sonnenbrand drückst, brennt es und es wird warm oder sogar heiß. Das ist das Gefühl, das ich oft habe. Oder wie bei Brennnesseln, als die Schmerzen noch sehr stark waren, habe ich versucht, Sex zu haben, und es fühlte sich an, als würde jemand mit Schmirgelpapier an mir reiben.

Manchmal, wenn dieser stechende Schmerz kam, hatte es den Eindruck von kleinen Nadeln, die von innen in mich einstachen. Das sind die Bilder, die ich mit den Schmerzen verbinde, Brennnesseln, Schmirgelpapier, Sonnenbrand.

 

GIBT ES ETWAS, WAS DU ANDEREN BETROFFENEN MIT AUF DEN WEG GEBEN MÖCHTEST?

Den Austausch mit anderen kann ich wirklich nur empfehlen. Es hilft enorm, sich stärker zu fühlen und ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln. So ein Gemeinschaftsgefühl zu haben, ist sehr unterstützend. Gynäkologische Osteopathie oder Physiotherapie kann an dieser Stelle auch einiges leisten. Es geht vor allem darum, liebevoll mit sich selbst umzugehen. (…)

Lies das ganze Interview hier: